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Aktuelles
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Terra Grischuna
Autor:
Franco Brunner
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Den Orgelklängen Graubündens auf der Spur
Sie ist Bernerin, doch so richtig zu Hause fühlt sie sich in der Bündner Orgellandschaft. Die Organistin Annerös Hulliger beehrt den Kanton nicht nur immer wieder mit ihren Klangreisen, im vergangenen Jahr hat sie die verschiedenen Klänge der Bündner Orgeln gar auf einer Doppel-CD festgehalten.
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Thuner Tagblatt
Autor:
Heidy Mumenthaler
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Auf Reise zu den Orgeln im Bernbiet
Mit silbernen
Klängen imgoldenen Herbst unterwegs zu Orgeln im Bernbiet ist Annerös Hulligermit einer 41-köpfigen Gruppe. In der Kirche Hilterfingen erklangen Orgelsilber und Trompetengold. Danach besuchte sie die Schlosskirche Spiez, die Kirchen Amsoldingen, Reutigen und Erlenbach.
Wie sie klingt, wie sie aussieht, wie sie funktioniert, erfahren die 41 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Annerös Hulligers 40. Orgelreise «Klang – Zeit – Raum». Nach silbernen Orgelund goldigen Trompetenklängen des Eröffnungskonzertes in Hilterfingen hielt die Gruppe in der romanischen Schlosskirche Spiez inne.
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Freiburger Nachrichten
Autor:
Irmgard Lehmann
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Seit 25 Jahren treten Annerös Hulliger und Jean-François Michel zusammen auf
Am Sonntag treten sie in einen glanzvollen Dialog: Annerös Hulliger, die renommierte Organistin, und der Freiburger Trompeter Jean-François Michel.
Von Irmgard Lehmann
Die Bernerin Annerös Hulliger ist wohl eine der bekanntesten Schweizer Organistinnen. Sie kennt quasi in jedem Kanton die Orgeln. Auch geht sie seit bald zwanzig Jahren mit ihren Gästen auf Orgelreisen, «wo sich die Begegnung mit Land und Leuten mit den Orgeln und der Musik zum vielstimmigen Zusammenklang vereint», wie sie auf ihrer Homepage schreibt. Die letzte Reise im Oktober führte zu den schönsten Orgeln im Bernbiet.
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Der Bund
Autor:
Markus Dütschler
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Hand in Hand mit der Orgel
Seit 40 Jahren spielt Annerös Hulliger in Bolligen Orgel im Gottesdienst – und hebt viele Schätze der Orgelmusik, so morgen im Konzert in Bern.
Von Markus Dütschler
Sie wurde im Jahr geboren, das Europa einen Jahrhundertwein bescherte. Doch wenn man Annerös Hulliger gegenübersitzt, ist da keine Spur von ältlicher Gesetztheit oder Routine: vielmehr Tatendrang, Begeisterung, Neugierde und Expe rimentierlust. Hulliger ist kein ätherisches, elfenhaftes Wesen, sondern zielstrebig und temperamentvoll – eine Wirtstochter aus dem Emmental.
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Thuner Tagblatt
Autor:
Heidy Mumenthaler
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Der Auftakt zur Konzertreihe ist gelungen
Singendes, festliches, virtuoses Spiel von Jean-François Michel und Annerös Hulliger: In der Kirche Hilterfingen fand zur Eröffnung der Orgelreise «Unterwegs zu den schönsten Orgeln im Bernbiet» ein festlicher Auftakt unter dem Motto «Orgelsilber und Trompetengold» statt.
Jean-François Michel und Annerös Hulliger begeisterten ihr Publikum in der Kirche Hilterfingen ab den ersten Tönen durch pointiertes Spiel und perlende Dynamik. Mit hörbarer Freude musizierten sie elastisch federnd, beseelt und vollkommen aufeinander eingestimmt, wobei sich das klare Trompetenspiel weich an die Orgelklänge schmiegte.
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Der Vorabdruck der Zeitschrift Terra Grischuna
Autor:
Franco Brunner
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Die neue CD-Einspielung der Organistin Annerös Hulliger
Den Orgelklängen Graubündens auf der Spur
Sie ist Bernerin, doch so richtig Zuhause fühlt sie sich in der Bündner Orgellandschaft. Die Organistin Annerös Hulliger beehrt den Kanton nicht nur immer wieder mit ihren Klangreisen, im vergangenen Jahr hat sie die verschiedenen Klänge der Bündner Orgeln gar auf einer Doppel-CD festgehalten.
Von Franco Brunner
Nein, so wie man sich eine klassische Organistin vorstellt, sieht Annerös Hulliger nicht aus. Mit ihrer jugendlichen Kurzhaarfrisur, ihrer auffallenden aber nicht aufdringlich wirkenden schwarzen, runden Brille, dem locker um den Hals gelegten Schal und der eleganten Kleidung erinnert sie vielmehr an die Direktorin eines Kunstmuseums – eines Museums für zeitgenössische Kunst um genauer zu sein. Obwohl, was ist schon die klassische Organistin? Hulliger selbst kann mit solch festgefahrenen Vorstellungen und Klischees ohnehin nichts anfangen. Für sie sind die geschichtsträchtigen Kirchenorgeln auf denen sie musiziert in erster Linie auch nicht nur religiöses Schmuckstück, sondern ganz einfach wundervolle und spannende Instrumente, die sie als Musikerin faszinieren und herausfordern.
Besonders angetan ist die im Emmentaler Dorf Dürrenroth aufgewachsene Hulliger von der Bündner Orgellandschaft. Und zwar so sehr, dass sie mit “Concerto alla maniera italiana – Orgellandschaft Graubünden” eigens eine CD mit auf hiesigen Orgeln eingespielten Werken herausgebracht hat (siehe Kasten). Es sei die in sich stimmige Farbigkeit der Bündner Orgeln, die ihr so gefalle, erklärt Hulliger. “Das elegante, klare, singende der italienischen Orgeln sagt mir ganz besonders zu”, sagt sie. Und hier in Graubünden würde man dank dem südländischen Einfluss eben noch viele Orgeln dieser Art finden.
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Der Tössthaler
Autor:
Irène Kelly
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Klang Zeit Raum: Eine Reise ins Reich der Musik
Am Sonntag, dem 18. September 2011 fand in der Kirche Sitzberg ein Orgelkonzert mit Annerös Hulliger statt. Musik mit und von Annerös Hulliger ist ein freudvolles, tiefes Erlebnis der ganz besonderen Art...
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Die neue CD- Einspielung der Organistin Annerös Hulliger
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Concerto alla maniera Italiana in der Orgellandschaft Graubünden
Mit Annerös Hulliger unterwegs von Brusio, nach Ramosch, Mon und Disentis
Die neue CD-Einspielung der Organistin Annerös Hulliger
Die Doppel-CD kann für CHF 45.- (zuzüglich Porto und Verpackung) erworben werden.
Die Gesamtspieldauer beider CD's umfasst 2 1/2 Std. Das Textheft enthält Beiträge zur Musik, verfasst von Musikwissenschafter Dr. des. Nicola Schneider, Hinweise zur Orgelgeschichte Graubündens und den jeweiligen Orgeln durch Arno Caluori, Orgelbauer. Photos: Philippe Richarz, Markus Hubacher. Aufnahmeleitung und Schnitt: Daniel Scheidegger.
Das «Concerto alla maniera italiana» in der Orgellandschaft Graubünden führt als Klangreise in die Pfarrkirche zu Mon, wo die historisch wertvolle Orgel (erbaut 1690 durch Matthäus Abbrederis) nach behutsamer Restaurierung durch Orgelbau Metzler als Gesamtkunstwerk klar und leuchtend erklingt.
Die prachtvolle Orgel der evangelischen Kirche zu Ramosch verdient ebenso höchstes Lob. Die Orgel ist ein bedeutendes Werk Andreas Maurachers. Die Pfeifen stammen aus verschiedenen Vorgängerbauten, unter anderem von Orgelbauer Carlo Prati, aus der 2. Hälfte des 17. Jh. Das italienische Klangkolorit ist unverkennbar, beeindruckend die «milde Schärfe» der farbigen Klangpalette, die dank sorgfältiger Restaurierung durch Orgelbau Arno Caluori den singenden Orgelklang zum wohltuenden Hörerlebnis macht.
Nach der Restaurierung durch die italienischen Orgelbauer Piccinelli erklingt in der evangelischen Kirche Brusio eine der wertvollsten Orgeln des Bündnerlandes frisch, klangvoll und sprechend. Die italienische Orgel der Fratelli Serassi (Bergamo) 1787 ist ein charakteristisches Beispiel lombardischer Orgelbaukunst.
Die grossen Orgeln in Disentis sind herausragende Zeugnisse schweizerischen Orgelbaus des 20. Jahrhunderts: Die zweimanualige Chororgel in der Klosterkirche Disentis ist ein qualitätvolles Beispiel aus dem Schaffen der Orgelbauwerkstätte der Firma Mathis, Näfels.
Das Werk im prunkvollen Gehäuse eignet sich hervorragend zur Erfüllung liturgischer Aufgaben und vermag mit seinem Glanz den monumentalen Kirchenraum zum Singen zu bringen. Das elegante Orgelgehäuse von Orgelbau Metzler (Dietikon) in der Pfarrkirche Disentis erstellt, ist ein Abbild ausserordentlicher Klangschönheit, die durch den Klang-Raum der Kirche zusätzlich veredelt wird.
Die fünf Orgeln widerspiegeln die Vielfalt der Bündner Orgellandschaft. Die Klangidee dieser Instrumente kann als Synthese italienischer Cantabilität mit der «milden Schärfe» von Orgeln nördlicherer Herkunft verstanden werden: ideale Grundlage für die Wahl des Repertoires, welches als symmetrische Folge zahlreiche formale Beziehungen aufweist.
Komponisten stehen in persönlicher Beziehung zueinander als Lehrer, Vorbild, Schüler und Freund, ausgehend von G. Frescobaldi zu B. Pasquini, A. und D. Scarlatti, D. Zipoli, M. Rossi., J.K. Kerll und G. Muffat. Begleitendes Leitmotiv ist zudem das fallende Terzmotiv zu Ehren all jener Kuckucks, die des Singens noch mächtig sind.
Die Werkfolge der zweiten CD bildet mit den Beiträgen von A. Corelli, A. Vivaldi und J.G. Walther die Brücke für die Kompositionen im italienischen Stil von J.S. Bach.
CD Booklet
Subskriptionsprospekt
zur Diskographie
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Orgelreise im Jahr 2011 Mit Annerös Hulliger |
Silberne Klänge im goldenen Herbst
Unterwegs zu den schönsten Orgeln im Bernbiet
Samstag 8. Oktober 2011 bis Samstag 15. Oktober 2011
In den Tagen des bunten Herbstes 2010 weilte ich mit vielen Kursteilnehmer/Innen im südlichen
Bündnerland, wo sich die Begegnung mit «Land und Leuten», mit den Orgeln und der
Musik zum vielstimmigen Zusammenklang vereinte.
Auch im kommenden Jahr soll die Tradition meiner Orgelreisen fortgesetzt werden. Damit
erfülle ich den Wunsch aller, die nach dem Besuch der beliebten Orgelwoche die Bitte zur
Fortsetzung musikalisch bewegten Reisens äusserten. Die Orgellandschaft des Kantons Bern zeichnet sich durch die Fülle von Instrumenten aus, die nach der Wiedereinführung der Orgeln ab 1730 von auswärtigen Orgelbauern der katholischen Innerschweiz oder des benachbarten Auslandes erstellt wurden. Nach und nach bildete sich eine eigenständige Orgelbaukultur einheimischer Meister, die parallel zum Orgelbau in den Kirchen diese klingenden Kleinode schufen, welche als «Emmentaler-Hausorgeln» noch heute staunendes Entzücken und grossen Respekt ob solch künstlerischer Leistung entfachen. Im Rahmen der Berner-Orgelreise besuchen wir zahlreiche Meisterwerke aus dem 18. und 19. Jh. und werden dabei mit der bernischen Orgel- und Kulturgeschichte und mit Erinnerungen aus dem Leben und Wirken der «alten Meister» vertraut gemacht.
Die klingende Reise durch die Musikgeschichte von der Renaissance bis zur Romantik führt im
ersten Teil zur Kirche Würzbrunnen, deren Ausstattung mitsamt der Orgel von 1785 als Gesamtkunstwerk
bekannt ist.
Weitere Stationen sind Spiez, Kiental, Amsoldingen, Kleinhöchstetten, ein Landsitz bei
Bern und eine grosse Orgel in der Stadt Bern.
Im zweiten Teil der Kulturreise erklingen Tafelclavier und Hausorgel in Langnau, die Orgel in Huttwil, in der Klosterkirche St. Urban, Richenthal und schliesslich die Orgeln zu Dürrenroth, mit denen ich seit Jugendtagen eine innige Beziehung pflege.
Schliesslich verspricht der Hotelaufenthalt
im Parkhotel des historischen Schloss Hünigen
und in den traditionsreichen Gasthäusern
Kreuz und Bären in Dürrenroth hervorragende
Gastlichkeit und genussreiche Erholung.
Herzlich willkommen!
Annerös Hulliger
Flyer
Onlineanmeldung
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"Thuner Tagblatt", Dienstag 21. Dezember 2010 |
Wenn der Kuckuck ruft ...
Am 24. Weihnachtskonzert sorgten sie fürwohltuende Atmosphäre fernab von Hektik und Lärm (v. l.):
Katharina Maria Suske, Annerös Hulliger, Sabine Stoffer und Bernhard Maurer.
AMSOLDINGEN. Annerös Hulliger, Sabine Stoffer, Katharina Suske und BernhardMaurer luden zum 24. Amsoldinger Weihnachtskonzert in die Kirche.
Unter dem Motto «Saiten-Wind-Spiel» beschenkten Organistin Annerös Hulliger mit Violinistin Sabine Stoffer, Katharina Suske (Barockoboe) und Bernhard Maurer (Barockcello) am 24. Weihnachtskonzert in der Kirche Amsoldingen die Zuhörenden mit Kostbarkeiten barocker Meister. Darunter gab es Kleinodien der Komponistenjubilare Pasquini und Scarlatti zu hören. In unbequemen plumpen Bankreihen (anstelle der mobilen Bestuhlung) galt es, die Ohren zu spitzen und in feine, leise Töne einzutauchen.
In bis auf den letzten Ton ausgekosteten Sätzen der Triosonate g-Moll aus «Essercizi Musicie» von Telemann undVeracinis «Sonata accademiche», op. 2, schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Künstler verbreiteten mit Klängen, die erst aus der Ruhe zum Schwingen kamen, eine wohltuende Atmosphäre fernab von Hektik und Lärm. Das gut aufeinander abgestimmte Spiel wirkte wie Geschichte erzählen auf Instrumenten.
Nach Toccata und Saltarello auf der Amsoldinger Orgel folgte in lebendiger, differenzierter Musizierweise weihnächtliche Stimmung händelscher Art. Witzig, in italienischer Manier ertönte Pasquinis «Cuccutoccata».
Hulliger glitt locker über die Tasten, die Rufedes Kuckucks amüsierten in unterschiedlichen Ton höhen, untermaltmit erfrischenden Passagen und Trillern. Gespannt lauschte das Publikum den kontrastierenden Solobeiträgen von Barockgeige, Oboe und Cello. Tastenkünstlerin Annerös Hulliger gelang es, sich mit ihrem Improvisationstalent in die einzelnen Stimmen und in die gestalterischen Freiheiten der Solisten einzufühlen.

Heidy Mumenthaler
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"Der Bund", Mittwoch 9. Juli 2008 |
Zeitzeugen und ihre Geheimnisse
Die Sammlung «Schweizerische Hausorgeln» lädt ein zu
einer Reise durch 350 Jahre Orgelgeschichte
Von geflügelten Orgelschränken und geretteten Klängen
erzählen die drei Tonträger, welche die Berner Organistin Annerös
Hulliger mit fundiertem Wissen und lustvoller Musizierpraxis vorlegt.
MARIANNE MÜHLEMANN
Glühend ist ihre Leidenschaft für Orgeln und grenzenlos ihre
Liebe zu den goldenen Klängen aus silbernen Pfeifen: Wenn die Berner
Organistin Annerös Hulliger Koffer oder Rucksack packt, hat ihr Reiseziel
oft mit Orgeln zu tun. Sie investiert vieles, um immer wieder an neue,
unbekannte Instrumente und ihre Geheimnisse heranzukommen. Dabei gilt
ihr Interesse nichtnurdenKöniginneninöffentlichen Kirchen und
Kathedralen, sondern auch den unscheinbaren Orgeltöchtern in privaten
und halb öffentlichen Räumen, die dem Musiklebenirgendwannabhanden
gekommen sind.
Ihnen widmet die Musikerin ihr jüngstesCD-Projekt,denschweizerischen
Hausorgeln. 21 Instrumente dokumentiert sie in Wort und Klang und kreiert
in vier Stunden Musik, eine persönliche Reise durch 350 Jahre Orgelgeschichte.
Die Anfänge der Hausorgeln reichen bis ins späte 15. Jahrhundert
zurück. Damals verbannte der Zürcher Reformator Huldrich Zwingli
die Orgeln aus den Kirchen und stellte das orgelbegleitete Singen von
Psalmen unter Strafe. Das Verbot führte dazu, dass es sich vom öffentlichen
in den privaten Raum verlagerte. Die wohlhabenden Bürger richteten
sich in ihren Häusern Orgelpositive ein, geflügelte, oft reich
verzierte Accessoires für das private Interieur. Mit dem Aufkommen
von Cembali, Spinetten und Hammerclavieren in der zweiten Hälfte
des 18. Jahrhunderts verloren die Hausorgeln an Bedeutung. Einige wurden
verkauft, vergessen oder fanden durch ihre neuen Besitzer zurück
in Kirchenräume.
Ausgeweidete Monster
Farbig und kenntnisreich beschreibt Annerös Hulliger die Geschichte
der Instrumente, die sie schweizweitaufgespürthat.IhreSuche nach
den verschollenen Klängen der Hausorgeln habe bereits in ihrerKindheitbegonnen,sagtsie.Sie
erinnertsichdaran,dasssieimelterlichen Gasthaus Kreuz in DürrenrothihreersteBegegnungmiteinem
dieser «etwas furchterregenden» Schränke machte. Beim
Aufstieg zum Theatersaal stand das «ausge-
Kunstvolle Kammerorgeln aus Arosa, Basel (Museum Kirschgarten)
und Wildhaus. BILDER: PHILIPPE RICHARZ
weidete Monster» in einer dunklen, staubigen Ecke des Treppenhauses:
einsigniertes,mitEngelsköpfenund Blattwerk verziertes Orgelgehäuse,
in dessen Bauch die Silberpfeifen durch hölzerne Tablare ersetzt
worden waren, auf denen nun allerlei Vorräte und Spezereien lagerten.
Jahre später erst, als Annerös Hulliger sich auf die Suche nach
den Überresten dieser kindlichen Erinnerung machte, vernahm sie,
dass Anfangdes20. Jahrhunderts–«ineinem barbarischen Akt»
– aus den Pfeifen eine Marmelbahn gefertigt worden war.
Der «verlorene Klang» dieses malträtierten Instruments
spornte sie an, während ihrer regen Reise-und Konzerttätigkeit
ihren Fokus immer wieder auf die Suche nach Hausorgeln zu richten. Dabei
scheute die Emmentalerin keine Strapazen. Sie erzählt von Erkundungsreisen
mit schweren Schuhen auf abschüssigen Pfaden zu Bergkirchlein, wo
ihr Schutzengel zur Seite gestanden seien. Und Schlüsselbesitzer,
ohne deren Wohlwollen ihr der Zugang zu Pforten, Türen und schliesslich
den Instrumenten verschlossen geblieben wäre. Mit dem Aufstöbern
der Standorte gab sich Hulliger nicht zufrieden. Sie wollte die Instrumente
zum Klingen bringen, mit Musik aus ihrem reichen Repertoire, die zeitlich
und stilistisch zu den Instrumenten passt, zum Beispiel selten gespielteWerke
aus dem süddeutschen und alpenländischen Raum.
Tastengeklapper und Schnaufen
Entstanden ist ein Lebenswerk. Die umfangreich dokumentierten Orgelporträts
bieten Lese-und Hörvergnügen und schärfen die Wahrnehmung
für grosse und kleine, selbstbewusste und verklemmte Orgelklänge
in ungeahnten Schattierungen. Da gibt es samtige Töne, kristallklare
und lärmige, scharfe, wie zum Beispiel jene auf einer Hausorgel im
bündnerischen Praden: Die Miniatur aus der Sammelhandschrift des
Klosters Müstair wird nicht nur mit einer Ballettmusik des Hoforganisten
des Kaisers Matthias von 1600 umspielt – sondern auch mit leisem
Tastengeklapper.Esgehörtdazu,wiedasheftigeSchnaufendesKeilbalgsimUnterbau
der Hausorgel im Museum zum Kirschgarten in Basel, deren Flügeltüren
kunstvoll mit Hinterglasmalerei verziert sind. Auch in Bern und Umgebung
ist Annerös Hulliger fündig geworden.
Beschwingt lässt man sich von der überschäumenden Fabulierlust
des Komponisten J. M. Spiess (1696–1772) umgarnen, während
man gleichzeitig lesend erfährt, wie misslich die temperamentvolle
Tastenakrobatik bei den ehrwürdigen Herren zu Bern angekommen sei:DerKomponist,deralsOrganist
am Berner Münster gewirkt hatte, wurde für sein quicklebendiges
Orgelspiel von der Obrigkeit heftig gerügt. Er solle die Orgel «ohne
Raffinerien ganz einfaltig nach bisshero allhier gewonter art schlagen»,
weil er durch seine Virtuosität die Leute derart inVerwirrung stürze,
dass sie mit ihrem Gesang nicht fortfahren könnten. Durch ihre sorgfältigen
Recherchen gelingt es Hulliger die Orgelschränke «sprechen»
zu lassen als authentische Zeugen einer verloren gegangenen Zeit.
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Letzte Aktualisierung: 12.01.2011
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